Ein Rettungsanker für Menschen und Tiere in Not

Fünf Jahre gibt es sie. Und sie wird immer wichtiger: Die TierTafel Würzburg e.V. hilft, wenn Tierfreunde ihre geliebten Weggefährten nicht mehr aus eigener Kraft versorgen können. Es vergeht kein Öffnungstag, ohne dass neue Kunden um Hilfe bitten.

Sie sind alt oder krank oder beides. Oder jung und arbeitslos. Oder einfach arm. Jeder, der zur TierTafel in der Wöllergasse 2 kommt, hat ein schweres Schicksal. Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer kennen die Lebensgeschichten aller ihrer Kunden. „Manche kommen schon seit Jahren, weil sie ohne unsere Unterstützung ihre geliebten Tiere nicht behalten könnten“, sagt Gisela Schmidt, Gründerin und Vorsitzende der TierTafel. „Manche brauchen unsere Hilfe nur ein paar Wochen oder Monate – bis sie halt wieder Arbeit gefunden haben.“

Letztere sind in der Minderzahl. Leider. „Sechs Mal nur haben wir bislang erlebt, dass Menschen, die wir mit Futter und Tierarztkostenzuschüssen unterstützt haben, wieder eine Arbeitsstelle gefunden haben“, sagt Gisela Schmidt. Alle anderen sind wegen ihrer Krankheiten oder ihres Alters auf dem Arbeitsmarkt chancenlos.

Es sind meist Rentnerinnen und Rentner, die zur TierTafel kommen. So lange der Partner lebte, hat das Geld bei ihnen gerade so gereicht für Miete und Lebenshaltung und den vierbeinigen oder gefiederten Freund. Ist der Partner gestorben, stehen die Hinterbliebenen mit etwa der Hälfte des Geldes da, das sie früher zur Verfügung hatten. Aber die Kosten für Miete, Strom und Heizung bleiben nahezu gleich. „Wir haben Kunden, denen nach Abzug aller Fixkosten 100 Euro für den eigenen Bedarf bleiben“, erzählt Gisela Schmidt, „da ist die Ernährung und tierärztliche Versorgung eines Hundes oder einer Katze ein riesiges Problem“.

Forderungen, dass Menschen in Not ihre Tiere doch abgeben sollen, erteilt die Tierschützerin eine klare Absage. „Haustiere sind keine Luxusartikel, sondern Familienmitglieder“, sagt sie, „sie sind oft die einzigen Ansprechpartner und der einzige Lebensinhalt unserer Kunden“. Neuanschaffungen von Tieren unterstützt die TierTafel allerdings nicht. „Wir wollen nicht dazu beitragen, dass Menschen, die selbst kaum über die Runden kommen, sich auch noch Tiere zulegen“, sagt Gisela Schmidt.

Fast eine Tonne Futter gibt die TierTafel Würzburg jeden Monat kostenlos aus. Dabei wird auf die Bedürfnisse und Vorlieben jedes einzelnen Tieres so viel Rücksicht genommen, wie irgendwie möglich. „Viele unserer über 350 Schützlinge sind krank oder leiden an Allergien und brauchen spezielles Diätfutter“, sagt Gisela Schmidt, „wir versorgen allein zwölf Katzen, die an Harnsteinen leiden und zehn große Hunde, die kein Futter vertragen, das Getreide enthält“. Dazu kommen noch Katzen und Hunde mit Magen- und Verdauungsproblemen, zwei Hunde mit Diabetes, viele alte Vierbeiner, die nur noch bestimmte Futtersorten vertragen … „Die Tiere sind mit ihren Menschen alt geworden und haben nun natürlich alle möglichen Zipperlein.“

Die TierTafel, die keine städtischen oder staatlichen Zuschüsse bekommt, kämpft um jeden Euro. Der Großteil des Futters, das die ehrenamtlich tätigen Helferinnen und Helfer der TierTafel an jedem zweiten und letzten Samstag im Monat verteilen, kommt von privaten Spendern. Den Rest geben örtliche Tierfutter-Märkte. Diätfutter allerdings wird selten gespendet. „Das müssen wir zukaufen“, sagt Gisela Schmidt, „und diese Käufe belasten uns finanziell sehr stark.“

Geldspenden verwendet die TierTafel nämlich vorrangig für die Bezahlung von Tierarztrechnungen. „Jeder Tierbesitzer weiß, wie schnell man für die Behandlung eines kranken Tieres 400 oder 500 Euro aufbringen muss. Für unsere Kunden ist das völlig unmöglich.“

Es gibt aber nicht nur Sorgen bei der TierTafel. Das engagierte Team hat auch Freude. „Zwei ehemalige Kundinnen, die nach langer Suche wieder Arbeit gefunden haben, haben uns Geld und Futter gespendet“, erzählen die Tierschützerinnen. Und dann sind da natürlich auch die Gönner des kleinen Vereins, die helfen, dass genügend Futter da ist und auch genügend Zubehör.

Die TierTafel nimmt gerne auch Halsbänder an und Leinen, Körbchen, Decken, Transportboxen … „Über saubere und gut erhaltene Sachen freuen wir uns immer sehr“, sagen die Tierschützer.

Weitere Infos und Kontakt: info@tiertafel-wuerzburg.de,
Telefon 0176/30646444, www.tiertafel-wuerzburg.de,
www.facebook.com/tiertafelwuerzburg/

Spenden

für die TierTafel können an jedem zweiten und letzten Samstag im Monat von 9 bis 12 Uhr in der TierTafel in der Wöllergasse 2 abgegeben werden. Auch die Theaterparfümerie Dessloch in der Theaterstraße 13 und der Hundesalon „Die kleine Hundewelt“ in der Friedrichstraße 16 nehmen während ihrer Öffnungszeiten Futter- und Zubehörspenden an. Die dringend benötigten Geldspenden werden auf folgendes Konto erbeten: TierTafel Würzburg, IBAN: DE53 7905 00000047574777, BIC: BYLADEM1SWU. Als eingetragener und vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannter Verein kann die TierTafel natürlich auch Spendenquittungen ausstellen.